Indiens 20-Dollar Notebook „Sakshat“ nichts weiter als ein Modem?!

In den letzten Tagen gab es allerhand Meldungen über ein angeblich neues Notebook aus Indien. Nicht mehr als 20 Euro sollte es kosten, so dass sich die Presse förmlich mit Neuigkeiten über dieses extrem günstige Notebook überschlug. Die Begeisterung darüber war kaum mehr im Zaum zu halten, die neuste Nachricht jedoch ist alles andere als positiv! – Das 20 Euro Notebook ist scheinbar nur ein ganz normales Modem!

Natürlich gab es von Anfang an viele Skeptiker dieser Geschichte. Ein Notebook für diesen Preis auf den Markt zu bringen sei unmöglich, der finanzielle Aufwand viel zu hoch. So könne man für dieses Geld nicht einmal einen Display einbauen lassen, ganz zu schweigen vom restlichen Inhalt eines regulären Notebooks.

So ließ nun jüngst die indische Tageszeitung „The Hindu“ die Bombe platzen und erklärte, dass es sich bei dieser Entwicklung lediglich um ein Gerät handle, dass den Zugang zum Internet herstellen könne. Das ursprünglich von der Regierung geplante 20-Dollar Notebook hätte schon allein der Optik wegen keinerlei Ähnlichkeit zu einem Notebook, denn weder ein Display, noch eine Tastatur sind teil dieses Geräts.

Der Prototyp ist ca. 25 Zentimeter lang, 12,5 Zentimeter breit und erinnert viel mehr an eine Art Modem. Zudem wird es nicht, -wie ursprünglich geplant- 20 Euro kosten, sondern mit 15-23 Euro zu Buche schlagen. R.P Agrawal, Sekretär des indischen Bildungsministeriums blickt jedoch optimistisch in die Zukunft und glaubt dass der Preis für das Gerät noch sinken werde.

OLPC versuchte sich ebenfalls einmal an einem 100 Dollar Notebook, das an diverse Entwicklungsländer geliefert werden sollte. Jedoch allein die Herstellung dieses Geräts kostet derzeit trotz der schon sehr ausgefeilten Ausgabeneffizienz rund 188 Dollar.

Diese Meldung soll uns also nun wieder einmal lehren, mit derartigen Gerüchten vorsichtig umzugehen. Ein gutes Notebook kostet sein Geld, denn die Herstellung und natürlich auch die Entwicklung dieser Geräte muss erst einmal finanziert werden.

Bild: The Hindu

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