„Gothic“ heißt jetzt „Risen“: Neues Rollenspiel von Piranha Bytes bleibt seinen Wurzeln treu

Am 2. Oktober erscheint „Risen“, das neue Rollenspiel des Essener Studios Piranha Bytes, für PC und Xbox 360. Die „Gothic“-Macher haben nach dem Bug-Desaster „Gothic 3“ eine Menge gut zu machen. Und es sieht ganz danach aus, als könnte „Risen“ die Fans wieder versöhnen. Das Spiel ist gut einen Monat vor Release schon sehr weit fortgeschritten – genug Zeit für eine sauber Qualitätssicherung also – und fühlt sich an wie „Gothic“ zu seinen besten Zeiten!

Risen_Logo

Piranha Bytes hatten sich mit der „Gothic“-Reihe einen hervorragenden Ruf unter RPG-Fans erarbeitet – bis „Gothic 3“ kam. Das zum Release schlicht unfertige Spiel sorgte mit hässlichen Bugs für Empörung unter den Käufern. Für die langjährige Zusammenarbeit zwischen Entwickler Piranha Bytes und dem österreichischen Publisher JoWooD bedeutete „Gothic 3“ das aus: nach gegenseitigen Schuldzuweisungen trennte man sich im Streit, die Rechte an der Marke „Gothic“ verblieben beim Publisher.

Für das nächste Projekt des Studios musste also nicht nur ein neuer Name, sondern auch ein neuer Publisher her. Mit Deep Silver wurde der passende Geldgeber für die Arbeit am neuen Rollenspiel gefunden – ein Spiel, auf dem zwar „Risen“ steht, in dem aber jede Menge „Gothic“ steckt.  Auf der Role Play Convention in Köln präsentierten Piranha Bytes und Deep Silver schon Anfang April eine spielbare Version von „Risen“, und vergangenes Wochenende bot sich den Besuchern der gamescom die Gelegenheit, das Game von Anfang an zu spielen. Was dort gezeigt wurde, sah sehr vielversprechend aus – wer „Gothic“ mochte, kann sich auf „Risen“ freuen!

Die Ähnlichkeit zwischen den drei „Gothic“-Teilen und „Risen“ ist nicht von der Hand zu weisen – und das ist auch gut so. Fans der Piranha Bytes-Spiele werden sich vom ersten Moment an wie zu Hause fühlen. In „Risen“ blickt man seiner Figur – einem namenlosen Helden – aus der 3rd-Person-Perspektive über die Schulter, die Steuerung per WASD-Tasten und Maus ist nahezu identisch, und auch das Aufsammeln von Objekten, die Inventarverwaltung und die Kämpfe gehen ganz intuitiv von der Hand. Richtig offensichtlich werden die „Gothic“-Wurzeln in vielen kleinen Details: wieder sammlen wir beispielsweise Kräuter, die überall wachsen, und wieder braten wir unser Fleisch in einer Pfanne an Feuerstellen.

Deutlich verbesert wurde die Optik des Spiels. In „Risen“ erforschen wir als Schiffbrüchiger eine abgelegne Insel, auf der idyllischen Strände, majesteäischen Felsformationen und der saftig-grüne Dschungel nur Anfangs darüber hinwegtäuschen, dass dort selbstverständlich einiges im Argen liegt.

Von der Story bekam man in der verhältnismäßig kurzen Zeit, die man „Risen“ auf der gamescom anspielen konnte, natürlich wenig mit. Fest steht nur, dass ein fieser Inquisitor (in der englischen Synchronisation von Andy „Gollum“ Serkis gesprochen) unserem namenlosen Helden gegenüber stehen wird und dass sämtliche Dialoge – wie man das auch schon aus „Gothic“ gewohnt ist – von professionellen Sprechern vertont wurden. Das sollte für eine dichte Atmophäre sorgen, denn immerhin sind die Dialoge und die Figuren, mit denen man sie führt, von entscheidender Bedeutung für ein gutes Rollenspiel.

Genau wie das Charaktersystem. In „Risen“ wird unser Held durch die Attribute Stärke, Geschicklichkeit und Weisheit definiert, wie viel er einstecken kann, bestimmt die Lebenenergie, wie oft er zaubern kann, das Mana. Außerdem sammlen wir in „Risen“ Lernpunkte, die man vermutlich wieder bei Lehrern in verbesserte Skills investieren kann. Der namenlose Held kann sich auf das Kämpfen mit Schwertern, Äxten, Stäben, Bögen und Armbrüsten spezialisieren, er verfügt über handwerkliche Fähigkeiten, die es ihm erlauben, Tränke zu brauen, Waffen und Rüstungen zu schmieden, Erz zu schürfen und Tiere auszuweiden. Außerdem gibt es Kristall- und Runenmagie sowie die Möglichkeit, Schriftrollen herzustellen. Die defensiven Fähigkeiten unseres Charakters schließlich bieten Schutz vor Klingen, Hieb- und Stichwaffen sowie vor Feuer, Eis und Magie.

Fazit:

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Wer „Gothic“ mochte, darf sich auf „Risen“ freuen. Das neue Spiel von Piranha Bytes macht gut einen Monat vor Release einen fertigen Eindruck, von übermächtigen Wildschweinen oder sonstigen offensichtlichen Bugs keine Spur. Dabei spielt „Risen“ sich wie ein waschechtes „Gothic“ – und dass die Jungs von Piranha Bytes gute Geschichten erzählen können und ihre wunderschöne Welt wieder mit Charakteren und Abenteuern füllen werden, die uns in Erinnerung bleiben, davon gehe ich einfach mal aus.

Offizieller „Risen“-Blog von Deep Silver

Fansite „World of Risen“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.