Ex Infineon Chef steht das Wasser bis zum Hals

Ulrich Schumacher, ehemaliger Kopf Infineons steht momentan stark unter Beschuss. Die Staatsanwaltschaft München erhob Anklage wegen angeblicher Bestechlichkeit.

Genau ausgedrückt lauteten die Vorwürfe im Speziellen auf Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und versuchten Prozessbetrug. Oberstaatsanwalt Anton Winkler gab diese Informationen am heutigen Freitag bekannt und bestätigte damit die bereits aufgekommenen Spekulationen über eine eventuelle Anklage gegen Ex Chef Schumacher. Focus Online veröffentlichte den ersten Bericht über die Bestechungsvorwürfe worauf hin Schumacher dies sofort durch einen Sprecher zurück weisen ließ.

Volle 300.000 Euro soll Schumacher dem Bericht zufolge zwischen 2000 und 2003 vom früheren Sponsorenvermittler Udo Schneider erhalten haben. Focus schrieb weiter, dass der Vorwurf erstmals vom Infinion Konzern selbst geäussert wurde und so eine juristische Auseinandersetzung entstand.

Aufgrund dieses Vorwurfs behielt der Konzern damals die zweite Rate seiner Abfindung in Höhe von insgesamt 5,2 Millionen Euro ein, so dass Schumacher nicht länger zögerte und vor Gericht zog um die Auszahlung der kompletten Summe zu erzwingen. Im Laufe dieses Verfahrens gab Schumacher an er hätte niemals Gelder oder finanzielle Zuwendungen vom damaligen Geschäftspartner Udo Schneider erhalten und wies sämtliche Vorwürfe zurück. Die Staatsanwaltschaft hält diese Äusserungen laut Focus nun für versuchten Prozessbetrug.

Als wäre all dies nicht ohnehin schon schlimm genug, wurden jüngst nun auch noch Stimmen laut, die von angeblicher Steuerhinterziehung sprachen. Oberstaatsanwalt Winkler kommentierte die Frage danach jedoch nicht und verwies auf das in Deutschland geltende Steuergeheimnis.

Schumachers Sprecher versicherte jedoch, dass solch eine Anklage den Anwälten bislang noch nicht vorläge. Seine Worte: „Es gilt unverändert: Schumacher hat nie auch nur einen Cent genommen.“ Ferner sehe er dem weiteren Verlauf gelassen entgegen und habe Vertrauen in die Ermittlungsbehörden.

Sollten sich diese Vorwürfen tatsächlich verhärten und Schumacher hat sich tatsächlich 300.000 Euro in die eigene Tasche gesteckt, sollte man sich ernsthaft die Frage stellen ob der Reichtum bei dem ein oder anderen tatsächlich nur noch größere Gier auslöst. Ansonsten kann man solch ein Verhalten wohl kaum verstehen. Weder die krimminelle Energie, die in einem solchen Menschen stecken muss, sondern auch die Beweggründe, die jemanden zu so etwas bewegen. Bitternötig hatte er diese enorme Summe bestimmt nicht.

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