Deutscher Computerspielpreis 2010 wird heute in Berlin verliehen

Zum zweiten Mal wird heute abend in Berlin der Deutsche Computerspielpreis verliehen.  Nominiert sind 24 Games in den Kategorien Bestes Kinderspiel, Bestes Jugendspiel, Bestes mobiles Spiel, Bestes Serious Game, Bestes Browsergame, Bestes Konzept aus Schülerwettbewerb, Bestes Konzept aus Studentenwettbewerb und Bestes Internationales Spiel. Aus den Nominierungen der ersten fünf Kategorien kürt die Jury zudem das Beste Deutsche Spiel, das nicht nur technisch und künstlerisch hochwertig,  sondern auch kulturell und pädagogisch wertvoll sein soll.

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Eröffnet wird die Veranstaltung im Kuppelsaal des Berliner Congress Centers bcc von Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit. Moderiert wird die Abendgala von Johanna Klum und Klaas Heufer-Umlauf, als Laudatoren werden unter anderem der  Schauspieler Matthias Schweighöfer, die „MTV Game One“-Moderatoren Daniel Budimann und Simon Krätschmer und „Neues“-Moderatorin Yve Fehring erwartet. Der mit 500.000 Euro dotierte Deutsche Computerspielpreis bildet den feierlichen Abschluss der Deutschen Gamestage, die seit 27. April im bcc stattfinden.

Mit dem Deutschen Computerspielpreis, der 2009 zum ersten Mal verliehen wurde, hat die Bundesregierung das Medium Videospiel gewissermaßen als anerkanntes Kulturgut geadelt. Mit 300.000 Euro steuert die Regierung einen Großteil des Preisgeldes bei, weitere 200.00 Euro kommen vom Bundesverband der Entwickler von Computerspielen e.V. (G.A.M.E.), dem Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW) und dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU).  Honoriert werden ganz gezielt Spiele, die kulturell und pädagogisch wertvoll und dabei qualitativ hochwertig sind.

Welche Spiele diese Kriterien erfüllen, entscheidet die Jury des Deutschen Computerspielpreises, bestehend aus Vertretern der Ausrichterverbände, Politikern, Medienwissenschaftlern und Games-Journalisten. Unter anderem zählen in diesem Jahr Prof. Dr. Jürgen Fritz von der FH Köln, der Mainzer Medienpädagoge Prof. Dr. Stefan Aufenanger, Prof. Dr. Klaus P. Jantke vom Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie, die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär, der GEE-Chefredakteur Heiko Gogolin oder die PC Games-Chefin Petra Fröhlich zu dem Gremium.

Die folgenden Spiele sind in diesem Jahr nominiert:

Bestes Kinderspiel:
„Lernerfolg Vorschule – Capt´n Sharky“
„The Whispered World“
„Anno – Erschaffe eine neue Welt“

Bestes Jugendspiel:
„Anno 1404“
„The Book of Unwritten Tales“
„Fußballmanager 10“

Bestes mobiles Spiel:
„Anno – Erschaffe eine neue Welt“
„Geheimakte 2 – Puriatas Cordis“
„Giana Sisters“

Bestes Serious Game:
„Das große Sarah Wiener Kochspiel“
„Megalopolis“
„ExperiMINTe“

Bestes Browsergame:
„OGC Open – The Online Golf Challenge“
„WeWaii“
„Pirate Galaxy“

Bestes Konzept aus Schülerwettbewerb:
„GooseGogs“

Bestes Konzept aus Studentenwettbewerb:
„Grounded 1.5“
„Phobos“
„Night of Joeanne“
„Imagine Earth“

Bestes Internationale Spiel:
„Professor Layton und die Schatulle der Pandora“
„Dragon Age: Origins“
„Uncharted 2: Among Thieves“

Gerade die letzte Kategorie macht allerdings deutlich, dass die Anerkennung von Computerspielen als Kulturgut nur sehr zögerlich voranschreitet. Denn während in diesem Jahr ein Film wie „Inglourious Basterds“ mit seinem deutschen Oscar-Gewinner Christoph Waltz überall frenetisch gefeiret wird, scheint Gewalt in Videospielen einen ganz anderen Stellenwert einzunehmen. Laut Medienberichten konnte sich die Jury nicht darauf einigen, welches Spiel den Preis erhalten sollte – vermutlich, weil der deutliche Favorit „Uncharted 2: Among Thieves“ ebenso wie BioWares düsteres Rollenspiel „Dragon Age: Origins“ bei Computerspielgegnern durchaus in die Rubrik „Killerspiel“ fallen könnte. Dass gerade letzteres trotzdem einen hohen künstlerischen und vielleicht sogar kulturellen Anspruch geltend machen kann, wird da schnell zweitrangig. Nachdem zunächst beschlossen wurde, den internationalen Preis in diesem Jahr gar nicht zu vergeben, wurde massive Kritik der Industrie laut, weshalb inzwischen ein neues Spiel nachnominert wurde. Um welchen Titel es sich dabei handelt, wird heute abend im Rahmen der Preisverleihung bekanntgegeben. Vermutlich dürfte es sich dabei  aber um den Preisträger in der Kategorie Bestes Internationales Spiel handeln.

Nicht ausgelobt wird der Preis in der eigentlich vorgesehenen Kategorie Bestes Online Lernspiel, da nicht genügend Vorschläge eingereicht wurden.

Welche Spiele in in den anderen Kategorien mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet wurden, welches  zum Besten Deutschen Spiel und welches zum Besten Internationalen Spiel gekürt wurde, kannst du morgen hier im Blog nachlesen.

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