Alles eine Frage der Information: Wie komme ich zu meinem Recht wenn die Hard- oder Software streikt?

Ein Computer, der vor kurzem noch auf dem neusten Stand der Technik war, kann heute schon wieder zum alten Eisen gehören. Bei Software gilt das selbe. Doch nicht nur bei der Auswahl des gewünschten Gerätes hat es der Käufer schwer, denn wenn der Rechner Mängel aufweist und für Probleme sorgt, kommt es so oft zum Streit zwischen Verkäufer, dem Hersteller und natürlich dir als zu Recht verärgerter Anwender.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat sich mit diesem Thema befasst und für den Verbraucher jede Menge Informationen bereit gestellt.

Dieser Bericht soll dir ein paar hilfreiche Tipps liefern, die bei einer Reklamation helfen könnten.

Vor allem die folgenden Punkte solltest du dir durchlesen, denn viel zu oft verzichten Verbraucher aufgrund bloßer Unwissenheit auf ihr Recht.Fatal, denn meist geht es dabei um beträchtliche Summen!

Lieferverzögerung

Meist werden Computer bei einem ortsansässigen Händler gekauft und sofort mit nach Hause genommen. Dann gibt es natürlich mit der Lieferung keine Probleme. Ist der Computer aber nicht vorrätig oder bestellst ihn im Versandhandel, kann das erste Problem auftreten, wenn der Händler den vereinbarten Liefertermin nicht einhält oder die zumutbare Lieferfrist überschreitet. Du solltest dann zunächst mündlich eine Nachfrist setzen und Ihrer Forderung schriftlich Nachdruck verleihen. Die zumutbare Nachfrist richtet sich auch nach der Länge der vereinbarten Lieferfrist. Da der Händler seine vertraglichen Verpflichtungen eigentlich schon längst hätte erfüllen müssen, kann die Nachfrist generell kurz ausfallen. Das gilt gleichermaßen für Computer, auf deren Nutzung man heutzutage ständig angewiesen ist. Hast du dich zum Beispiel auf einen Monat Lieferfrist geeinigt, dürfte eine Nachfrist von zwei Wochen die äußerste Grenze darstellen.
Hält der Händler auch die Nachfrist nicht ein, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Du kannst notfalls auf Vertragserfüllung klagen und daneben einen eventuellen Verzugsschaden verlangen, der z.B. in den Mietkosten für ein Ersatzgerät bis zur endgültigen Lieferung besteht.
  • Willst du nicht länger am Vertrage festhalten, so kannst du nach Ablauf der Nachfrist vom Vertrag zurücktreten und Schadensersatz verlangen.

Gewährleistungsansprüche

Du hast einen Computer inklusive Software gekauft. Falls es bei der Anwendung zu Schwierigkeiten kommt, solltest du dich zunächst an den Verkäufer wenden. Weisen Hard- oder Software nämlich einen Mangel auf, dann hast du gesetzliche Gewährleistungsansprüche. Im Rahmen der Gewährleistung gibt dir das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) ein Wahlrecht: Du hast zunächst einen Anspruch auf „Nacherfüllung“ und kannst wählen, ob du die kostenlose Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangst. Allerdings braucht sich der Verkäufer nicht auf deinen Wunsch einzulassen, wenn ihm die Erfüllung nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten möglich ist. Er kann dann auf die wirtschaftlich vernünftigere Alternative bestehen. Bei Computern wird in der Regel eine Reparatur in Betracht kommen, bei Software eher ein Austausch gegen eine fehlerfreie Version.

Schlägt die Nacherfüllung fehl, so kannst du dem Händler die defekte Ware zurückgeben und verlangen, dass er dir den Kaufpreis erstattet (Rücktritt). Du kannst alternativ auch die Ware behalten und die Herabsetzung des Kaufpreises verlangen (Minderung). Zusätzlich kannst du nach einem Rücktritt vom Vertrag noch Schadenersatz verlangen, wenn der Verkäufer den Mangel verschuldet hat.

Als fehlgeschlagen gilt die Nacherfüllung, wenn eine Ersatzlieferung einmal scheitert. Bei einer Nachbesserung müssen Sie in der Regel zwei erfolglose Reparaturversuche hinnehmen.

Mängel

Oft ist es schwierig festzustellen, ob und wann ein Mangel vorliegt. Wenn etwa die Festplatte eine geringfügig geringere Kapazität aufweist, als in der Beschreibung angegeben, zum Beispiel 80 statt 82 Gigabyte oder 100 statt 103 Gigabyte, dann muss der Käufer das hinnehmen. Das gleiche gilt, wenn einzelne Bauteile einer EDV-Anlage zwar älter sind, aber der Computer einwandfrei funktioniert oder wenn die Arbeitsgeräusche des Rechners knapp außerhalb der vom Hersteller angegebenen Toleranzbreite liegen.
Vielfach wird in Allgemeinen Geschäftsbedingungen darauf hingewiesen, dass Software niemals fehlerfrei sein kann. Falls der Verkäufer sich damit der Haftung für sämtliche Mängel entziehen will, ist das unzulässig. Zwar ist nach Ansicht von EDV-Fachleuten eine technische Störung bei Computerprogrammen nie auszuschließen. Der Kunde muss allerdings nur geringfügige Störungen hinnehmen. Unerheblich wäre es zum Beispiel, wenn eine Standardsoftware etwas umständlich zu bedienen ist. Wurden im Vertrag jedoch gewisse Leistungsanforderungen festgelegt, können auch solch kleine Fehler zu Gewährleistungsansprüchen führen.

Nutzung von Computerprogrammen

Die Hersteller von Standardsoftware versuchen häufig, die Kunden in der Nutzung der Programme einzuschränken. So wird die Nutzung auf einen bestimmten Computer reduziert oder der Weiterverkauf untersagt. Wichtig ist: Du darfst die Software für private (also nicht gewerbliche) Zwecke uneingeschränkt nutzen. So kann der Hersteller es dir nicht untersagen, das Programm in den Arbeitsspeicher zu laden oder eine Sicherheitskopie zu machen. Du darfst das Computerprogramm auch wieder verkaufen. Verboten ist es allerdings, ohne ausdrückliches Einverständnis des Herstellers Kopien herzustellen, die du an Dritte weitergeben möchtest. Auch darfst du keine vom Hersteller eingebaute Programmsperre aushebeln.

Bedienungsanleitung

Der Händler ist grundsätzlich dazu verpflichtet, eine auch für Laien verständliche Bedienungsanleitung mitzuliefern, selbst wenn das nicht vertraglich vereinbart wurde. Fehlt die Bedienungsanleitung, kannst du die Zahlung des Kaufpreises zunächst verweigern und dich sogar vom gesamten Vertrag lösen, falls der Händler kein Handbuch nachliefert oder wenn die Bedienungsanleitung nicht vollständig oder unverständlich (zum Beispiel in einer Fremdsprache geschrieben) ist. Auch wenn das Programm eine eigene Benutzerführung hat, muss ein schriftlicher Überblick über das Programmsystem mitgeliefert werden. Als Grundsatz gilt: Je geringer der Bedienungskomfort und die eigene Benutzerführung des Programms, desto umfassender muss die schriftliche Bedienungsanleitung sein. Fehlt die Bedienungsanleitung, solltest du diese umgehend anfordern.

Bildquelle: Pixelio

Software, die unsere User für „gut“ befunden haben findest du hier

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