23. September 2010

Farbpsychologie im Webdesign

Filed under: Tipps und Tricks von Michael um 09:14
 

Webdesign und die Farbpsychologie

Farben haben einen nicht unwichtigen Einfluss auf uns, unsere Emotionen, unsere Entscheidungen, und im allgemeinen auf unser Leben. So wie ein schöner Sommertag unsere Gefühle positiv beeinflusst, und etwa ein regnerischer Novembertag es vermag unsere Gefühle negativ zu beeinflussen, so verhält es sich mit den Farben u. den teils unterbewussten Reaktionen in uns die ausgelöst werden.

Sich die Wirkung von Farben vor Augen zu halten ist ein wichtiges Element in der Werbung, bei der Vermittlung von Emotionen, beeinflussung von Kaufverhalten, und wie wir uns in der Aussendarstellung geben wollen.

Gehen wir einmal Schritt für Schritt einige Farben durch, und wie sie wirken.

Rot

Rot ist eine emotionale, aufregende und sehr kräftige Farbe. Man muss eigentlich gar nicht lange überlegen um in den Sinn zu bekommen womit diese Farbe assoziiert werden kann. Mir fallen dazu als erstes Worte wie Gefahr, Blut, Liebe und Leidenschaft ein. Allgemein kann man auch sagen, dass rot eine Signalfarbe ist. Natürlich gibt es auch verschiedene Schattierungen von Rot. Zu einem helleren Rot fällt einem vielleicht z.B. eine rote Ampel ein (also eine Alarmfarbe) – und zu einem dunkleren Rot vielleicht ein guter Wein und Gemütlichkeit. Andere Schattierungen mit einem Stich ins braune wirken etwa herbstlich.

Orange

Orange ist eine dynamische Farbe die im grossen und ganzen positiv belegt ist. So erinnert je nach Schattierung zum Beispiel orange an die Sonne (tief in uns kann dadurch orange ein Glücksgefühl auslösen) oder bei dunklerem Farbton an einen Sonnenuntergang (Ruhe und Besinnlichkeit), und vermittelt ebenfalls Spass und Aktivität. Ansonsten ist orange eine etwas gemässigtere Farbe als Rot.

Gelb

Gelb ist eine stark leuchtende Farbe. Ähnlich wie orange ist gelb positiv belegt. Auch gelb erinnert an die Sonne, und steht für Freude Spiel und Spass. Gerne wird die farbe gelb z.B. bei Produktverpackungen, Autos und ähnlichem genommen wenn man besonders auffallen möchte.

Grün

Grün wird gerne als die Farbe der Hoffung bezeichnet. Auf jeden Fall wirkt grün je nach Schattierung mehr oder weniger beruhigend. Man kann grün in Verbindung mit der Natur bringen (Bäume, Gras, Pflanzen) und verbindet damit oftmals Entspannung.
Da Grün keine übermässig starken Emotionen weckt kann man diese Farbe zum setzen von Kontrasten oder als zusätzliches Farbelement teilweise gut unterbringen.

Blau

Die blaue Farbe ist sehr beliebt – gerade auch im Webdesign. Blau vermittelt Seriosität, Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit. Wenn man sich zum Beispiel im Internet oder auch sonst in der Werbung oder bei Firmenlogos umschaut, so wird man feststellen, dass gerade Banken, Versicherungen und ähnliche gerne auf blau setzen. Denn in diesen Bereichen geht es um Geld – und da ist Verlässlichkeit und Seriosität natürlich besonders wichtig.
Je nach Stärke und Helligkeit erinnert Blau auch an den Himmel oder das Meer. Beides hat viel mit relativer Grenzenlosigkeit zu tun, und hat eine beruhigende Wirkung. Bei Lebensmitteln wird diese Farbe nicht gerne für Verpackungen genutzt, da in der freien Natur kaum etwas essbares in blau vorkommt.

Schwarz und Weiss

Schwarz und Weiss sind eigentlich keine Farben, sondern stellen vielmehr maximale Helligkeit oder maximale Dunkelheit dar. Schwarz wird mit Trauer verbunden, aber auch mit Eleganz und Seriosität. So sind z.B. Karossen von Wirtschaftsbossen oder Politikern in der Regel Schwarz. Schwarz ist auch eine gute Kontrastfarbe um Strukturen zu schaffen oder Bereiche optisch einzugrenzen (nicht umsonst haben Comic-Figuren meist eine schwarze Umrandung.)
Weiss hingegen ist eher positiv besetzt und steht für Reinheit, Unschuld – aber auch Neutralität. Briefpapier ist nicht umsonst in der Regel weiss, sondern es ist auf diese Art neutral zum Inhalt.

Aus dem was ich zu den Farben geschrieben habe kann jeder mit ein wenig Nachdenken seine eigenen Schlüsse
ziehen. Die Liste ist natürlich nicht vollständig, aber man muss sich eigentlich nur selbst fragen was für Emotionen eine Farbe bei einem selbst weckt, und womit man diese in Verbindung bringen könnte, sowie inwiefern die Farbinformation dem Image des eigenen Unternehmens oder der Thematik der eigenen Webseite dienen könnten (Aufbau einer geschickten Corporate Identity z.B.)

Die Macht der Farben ist auf jeden Fall nicht zu unterschätzen. Einer Versicherung mit einem gelben Logo würde man vielleicht weniger Vertrauen schenken als einer mit einem blauen oder grünen Schriftzug. Auch Banken haben deswegen gerne Blau in ihrem Logo. Eine der besten Hausfinanzierungen schließt man also eher bei einer blauen Bank ab.

Was übrigens auch wichtig ist, ist dass Farben in unterschiedlichen Kulturkreisen durchaus völlig verschiedene Wirkungen erzielen können. Wenn man also z.B. vor hat eine Webseite für den Asiatischen Bereich zu gestalten, so sollte man sich hierzu besser noch einmal eingehender informieren.

Michael K.


1 Kommentar »


    » Schlichtes Web-Logo mit Photoshop erstellen Freeware Download Blog schreibt, am 4. Januar 2011 um 17:24 von

    […] also nach farbenpsychologischen Aspekten für den jeweiligen Verwendungszweck anpassen. Ich habe hier darüber übrigens vor einiger Zeit etwas über Farb-Psychologie geschrieben. einfaches web-logo […]


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