12. Juli 2010

Disciples III: Rundenstrategie trifft Rollenspiel

Filed under: Software Downloadtipp,Spiele und mehr von Pax um 18:35
 

Rundenbasierte Kämpfe auf Hexfeld-Arenen kombiniert mit Rollenspielelementen, die es einem erlauben, seine Einheiten nach und nach mit neuer Ausrüstung auszustatten und ihre Attributswerte und Skills kontinuierlich zu verbessern: in seinen Kerndisziplinen macht das Strategiespiel „Disciples III: Renaissance“ alles richtig, und das sogar richtig gut. Weil das Spiel aber auch ein paar Schwachpunkte hat, lohnt sich ein Blick auf die Demo, die seit ein paar Tagen erhältlich ist.

Der in Worms ansässige, noch junge Publisher Kalypso macht sich richtig gut in letzter Zeit. Vor allem für PC-Spieler erscheinen immer wieder Titel, die scheinbar nur für die vermeintlich vom Aussterben bedrohte Gaming-Plattform gemacht sind. „Tropico 3“ etwa, das zwar auch für die Xbox 360 veröffentlicht wurde, aber als Aufbau-Strategiespiel eigentlich auf dem PC gezockt werden sollte, zählt zu den besten Genrevertretern der letzten Zeit. Dann kommt am 2. September mit „Patrizier 4“ ein weiteres Spiel mit namhafter Lizenz, das exklusiv für den PC veröffentlicht wird. Und aktuell findet man „Disciples III“ in den Regalen, das durchaus einen Blick wert ist.

Im Wesentlichen besteht „Disciples III“ aus drei Aspekten: erforschen, kämpfen, leveln. Auf einer Landkarte bewegt man den Hauptcharakter und seinen kleinen Trupp Soldaten als übergroße Spielfigur durch die Gegend. Jede Runde hat man einen bestimmte Anzahl Bewegungspunkte zur Verfügung, dann endet der eigene Zug und die Gegner sind an der Reihe. Das können auch menschliche Mitspieler sein, denn „Disciples III“ verfügt über einen Hot Seat Modus, mit dem man mit Freunden abwechselnd an einem PC spielen kann – Multiplayer ohne Internet, was es nicht alles gibt…

Auf den anfangs in den „Nebel des Krieges“ gehüllten, also geschwärzten Landkarten sammelt man Schätze und Rohstoffe ein und erobert nach und nach so genannte „Knotenpunkte der Macht“, die das Einflussgebiet der eigenen Fraktion erweitern. Damit übernimmt man auch die Kontrolle über Gebäude wie Minen oder Manaquellen, die daraufhin pro Runde Ertrag liefern. Die Rohstoffe benötigt man, um seine Hauptstadt, von der aus man auf jeder Map startet, auszubauen, Zaubersprüche zu erforschen und zu wirken oder Truppen anzuheuern.

„Kotenpunkte der Macht“ sind selten unbewacht. Überhaupt tummeln sich jede Menge feindlich gesinnter Einheiten auf den Maps. Trifft man auf einen Gegner, wechselt das Spiel in eine neue Perspektive und gibt den Blick auf eine recht überschaubare Hexfeld-Arena frei. Auch dort geht es rundenbasiert zur Sache. Die Reihenfolge, in der die am Kampf beteiligten Figuren ihren Zug machen dürfen, bestimmt ein Initiativewert. Je nachdem, wie flink die einzelnen Einheiten sind, führen der Spieler und sein Gegenüber abwechslen ihre Aktionen aus: sie können sich bewegen, eine Spezialfähigkeit oder einen Gegenstand aus dem Inventar einsetzen oder natürlich angreifen. Vier Truppentypen gibt es in „Disciples III“: Nahkämpfer, Bogenschützen, Magier und Heiler. Letzere können nicht offensiv tätig werden und sollten deshalb gut geschützt stehen. Wenn alle Figuren einmal an der Reihe waren, beginnt die nächste Runde.

Für erfolgreiche Kämpfe gibt es Erfahrungspunkte. Die Anführer der Trupps, von denen man bis zu drei befehligt, können damit ihre Attribute steigern oder neue Skills erlernen; „normale“ Einheiten, also die Soldaten des Anführers, steigen bei ausreichend XP automatisch ein Level auf.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Spieler seine Hauptstadt entsprechend ausgebaut hat. Einmal pro Runde kann man dort mit den Rohstoffen Gold und Stein ein neues Gebäude errichten, in dem die Truppen ausgebildet werden. Der Knappe wird so zum Ritter, dann zum Paladin und schließlich zum „Verteidiger des Glaubens“. Analog funktioniert das für Bogenschützen, Magier und Priester.

In der Hauptstadt kann man auch neue Zaubersprüche erforschen, sobald man einen Magierturm errichtet hat. Die lassen sich dann einmal pro Runde auf der Landkarte einsetzen und bewirken, dass etwa ein eigener Trupp geheilt oder ein gegnerischer vom Blitzschlag getroffen wird. Außerdem dient die Hauptstadt dazu, frische Soldaten anzuheuern oder Anführer zu engagieren. Beendet man mit diesen Anführeren eine Mission erfolgreich, stehen sie in der nächsten als Veteranen zur Verfügung, Erfahrungspunkte und Ausrüstung inklusive.

Mit drei Kampagnen ist „Disciples III“ ein wirklich umfangreiches Spiel. Die erste bestreitet man mit den Rittern des Imperiums der Menschen, in der zweiten befehligt man die Dämonen der Legion der Verdammten und in der dritten Kampagne geht es um die Elfenallianz. Seine Hintergrundgeschichte vermag das Spiel allerdings nicht besonders spannend zu vermitteln, alles, was es an Erzählung gibt, findet in Form von Texten statt. Lesen hilft also, wie so oft. Cut-Scenes dagegen sind Mangelware, und auf die Tonspur hätte man eigentlich ganz verzichten können. Keine gesprochenen Dialoge, keine gute Musik, lediglich von den Einheiten kommt in den Kämpfen der ein oder andere Satz, mit dem die Aktionen des Spielers bestätigt werden. Da man die allerdings pro Partie hunderte Male zu hören bekommt, könnte man darauf ebenfalls gut verzichten.

Grafisch macht „Disciples III“ schon mehr her, gerade das Artwork ist hervorragend. Sehr schöne Menüs und Charakterportraits, das Spiel sieht edel aus. Auch die Animationen und die Spezialeffekte in den Hexfeld-Kämpfen sind gelungen, und die Landkarten sind zumindest hübsch.

Aber bei einem Spiel wie „Disciples III“ geht es ja eigentlich auch nicht um Grafik oder Sound. Die taktischen Möglichkeiten, die Ausgewogenheit der Truppen und das Charaktersystem müssen stimmen – und in diesen Bereichen ist alles bestens. Wer rundebasierte Strategiespiele wie „King´s Bounty“ oder „Heroes of Might and Magic“ mag, wird auch mit „Disciples III“ etwas anfangen können. Am besten wirft man – falls möglich – einen Blick auf die Demo, dann weiß man, was man später für sein Geld bekommt. Die Demo zu „Disciples III“ beinhaltet das Tutorial sowie eine Mission aus jeder der drei Kampagnen.

-Demo zu „Disciples III“ herunterladen

-offizielle Homepage von „Disciples III“

-Homepage des Entwicklerstudios .dat


1 Kommentar »


    » Disciples III: Rundenstrategie trifft Rollenspiel Freeware … | via-michelin.de schreibt, am 15. September 2010 um 09:02 von

    […] so genannte “Knotenpunkte der Macht”, die das Einflussgebiet der eigenen Fraktion … Read more>>> This entry was posted in Landkarte. Bookmark the permalink. ← Jugoslawien / Makedonien 1 […]


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