25. August 2009

458 Aussteller, 245.000 Besucher, alle Spiele: Erste gamescom ein voller Erfolg!

Filed under: Spiele und mehr von Pax um 16:15
 

Fast eine Viertelmillion Besucher konnte die erste gamescom in Köln verzeichnen – gut 40.000 mehr, als 2008  zur letzten Games Convention nach Leipzig gekommen waren. Die europäische Leitmesse für Computer- und Videospiele feiert einen furiosen Auftakt in der Rheinmetropole. Schon jetzt steht fest: die gamescom 2010 findet wieder in Köln statt, und zwar vom 18. bis 22. August 2010.

gamescom_Logo

Nach einem reinen Medien- und Fachbesuchertag am vergangenen Mittwoch öffnete die gamescom 2009 am Donnerstag ihre Pforten für alle. Bis Sonntag um 18 Uhr waren 245.000 Besucher gekommen, um die Spielehighlights der kommenden Monate zu sehen. 458 Aussteller präsentierten ihre Produkte in vier Hallen, und wirklich alles, was in der Branche Rang und Namen hat, war mit einem Stand auf der Messe vertreten: Activision Blizzard, EA, Ubisoft, Namco Bandai, Konami, Sony, Nintendo – die Liste ließe sich noch lange fortsetzten. So ziemlich jedes halbwegs interessante Spiel, das in der nächsten Zeit auf den Markt kommt, konnte von den Besuchern angespielt werden oder wurde zumindest in einem Trailer präsentiert.

Dementsprechend groß war der Andrang. Schon am Donnerstag und Freitag war es relativ voll in den – zum Glück bestens klimatisierten – Messehallen, und am Wochende kamen erwartungsgemäß noch mehr Menschen. Das hatte lange Wartezeiten zur Folge, ehe man einen der begehrten Plätze vor einem PC oder einer Konsole ergattern konnte – am Stand von Blizzard etwa wurde irgendwann die Schlange dicht gemacht, mit dem freundlichen Hinweis: „Hier bitte nicht mehr anstellen: Wartezeiten bis zu vier Stunden.“

Kein Wunder allerdings: Blizzard hatte neben „World of Warcraft“ zwei absolute Highlights im Programm: an jeweils 50 PCs konnten Messebesucher „Starcraft II“ und „Diablo III“ anspielen.  Gerade letzteres sieht hervorragend aus, Blizzard wird damit wohl erneut das beste Action-Rollenspiel seiner Generation herausbringen. Die Grafik kann sich mehr als sehen lassen, die Kämpfe machen Spaß, die Charakterentwicklung stimmt und vor allem wird der Sammeltrieb wieder perfekt angesprochen.

Diablo

Seit dem Zusammenschluss mit Activision bildet Activision Blizzard den weltweit größten Publisher. Während Blizzard mit seinen drei zugkräftigen Marken „World of Warcraft“, „Starcraft“ und „Diablo“ die Genres der Online-Rollenspiele, Strategiespiele und Action-Rollenspiele abdeckt, kümmert sich Activision kaum weniger erfolgreich um den ganzen Rest: Für Shooter-Fans ging auf der gamescom kein Weg an „Modern Warfare 2“ vorbei, Freunde von Rennspielen konnten in ausgeschlachteten Fahrzeugkarosserien Platz nehmen und eine Runde in „Blur“ drehen, „Tony Hawk: Ride“ und sein neuartiger Skateboard-Controller  wurden von dem bekannten Skater Tony Hawk höchstpersönlich präsentiert, und für die drei kommenden Musikspiele im Activision-Portfolio – „Guitar Hero 5“, „Band Hero“ und „DJ Hero“ – waren extra Bühnen aufgebaut, auf denen man sich an Plastikgitarre, Schlagzeug, Mikro oder Turntables versuchen konnte.

Die größte Bühne hatte jedoch Electronic Arts errichtet. Dem Publisher ist mit der Lizenzierung der bekanntesten Beatles-Songs für ein Videospiel der vielleicht größte Coup der Firmengeschichte gelungen. Am 09. September erscheint „The Beatles: Rock Band“, auf der gamescom konnte es erstmals angespielt werden.

Beatles

Auch am eigentlichen EA-Stand war eine Menge geboten: Drei riesige Videoleinwände waren aufbegaut, darunter eine Bühne, auf der es Live-Musik, Verlosungen oder ein Interview mit Game-Designer Tim Schafer gab. Der stellte sein neues Spiel „Brütal Legend“ vor, ein Action-Adventure, in dem der Hollywood-Schauspieler Jack Black dem Protagonisten Eddie Riggs seine Stimme leiht. Das Spiel ist Metal pur und wird bestimmt sehr witzig – Release ist im „Rocktober“.

Wer „Brütal Legend“ anspielen wollte, musste auch mehrerer Stunden warten – zum Glück lagen die Separees, in denen man die EA-Games anzocken konnte, direkt neben der Bühne, so dass man in der Warteschlange ausreichend bespaßt wurde.  Wer allerdings Hand an sämtliche Spiele von Electronic Arts legen wollte, musste sich viermal anstellen. In jeweils eigenen Bereichen wurden auch noch „Command & Conquer 4“, „Mass Effect 2“ und „Dragon Age: Origins“ vorgestellt. Fast zwei Stunden dauerte es am Samstag, bis man sich endlich 15 kostbare Minuten am neuen Rollenspiel der RPG-Spezialisten von BioWare austoben konnte. „Dragon Age: Origins“ gilt als der inoffizielle Nachfolger von „Baldur´s Gate“, das 1998 dem damals toten Genre  neues Leben einhauchte. Am 5. November wird das Spiel für PC und Xbox 360 erscheinen, am 19. November dann für die PlaySation 3 – wer Rollenspiele mag, sollte sich diese Termine mit dem kräftigsten Rot in seinem Kalender markieren, denn das Spiel macht einen hervorragenden Eindruck. Eine epische Story, pausierbare, taktische Kämpfe und eine komplexe Charakterentwicklung dürften „Dragon Age: Origins“ zu einem weiteren grandiosen RPG aus dem Hause BioWare machen.

Apropos BioWare: Das kanadische Entwicklerstudio war auch am Stand von LucasArts beteiligt und präsentierte sein neues Online-Rollenspiel in einem geräumigen Kino: „Star Wars: The Old Republic“. Einen Releasetermin für das MMORPG gibt es noch nicht, aber Blizzard sollte sich schonmal warm anziehen. Denn mit „The Old Republic“ wollen BioWare und LucasArts das schaffen, was „World of Warcraft“ und Co. bislang gefehlt hat:  den Spieler eines Online-Rollenspiels in eine große Geschichte einzubinden, in der er tatsächlich eine Rolle spielt. Dazu wurden sämtliche Dialoge im Spiel vertont und der User kann im Gespräch mit seinen Questgebern zwischen verschiedenen Dialogoptionen auswählen – ein absolutes Novum im Genre.

Ein weiteres vielverspechendes Spiel zu einer bekannten Film- bzw. Comiclizenz wurde am gemeinsamen Stand von Eidos und Square Enix präsentiert: „Batman: Arkham Asylum“. Außerdem hatte Square Enix verschiedene „Final Fantasy“-Titel dabei.

Mehr Kino gab es an den Ständen der Publisher 2K und Ubisoft: Bei 2K gab es in einer gut 20-minütigen Vorführung Trailer zum Rollenspiel-Shooter „Borderlands“, zu „Mafia II“ und „Bioshock 2“ zu sehen, bei Ubisoft konnte man das neue „Splinter Cell“, „Assassins´s Creed II“ oder das innovative Strategiespiel „RUSE“ bewundern.

Nintendo stellte unter anderem das neuen Mario-Jump-and-Run „New Super Mario Bros.“ vor, bei Konkurrent Sony konnte man „God of War III“, „Uncharted 2“ und das außergewöhnliche „Heavy Rain“ anspielen, entwickelt von David Cage und seinem Studio Quantic Dream, das zuletzt mit dem düsteren Adventure „Fahrenheit“ auf sich aufmerksam machte.

Den vielleicht kreativsten Stand der gamescom hatte Bethesda aufgebaut, die schon auf der Games Convention 2008 das Rollenspiel „Fallout 3“ in einem zum Spiel passenden Bunker präsentiert hatten. Neben den Wii-Titeln „WET“ und „Medieval Games“ wurde in diesem Jahr der brachiale Shooter „Brink“ vorgestellt. Und weil der in einer dystopischen Zukunft spielt, in der es  um eine futuristische, schwimmende Stadt im Meer geht, bestand der Messestand aus schmutzigen Containern und die Besucher wurden auf Plattformen zwischen seichten Wasserbecken zur Präsentation der Bethesda-Games geführt.

Mit schicken Ständen konnten auch andere, vergleichsweise kleine Publisher auf sich aufmerksam machen. Kalypso Media aus Worms etwa präsentierte „Tropico 3“ in gemütlichen Strandkörben, die zum Zocken umgebaut wurden. Eine sehr schöne Idee für ein sehr schönes Aufbaustrategiespiel, in dem man auf einer karibischen Insel als Diktator die Geschicke seiner virtuellen Untertanen lenkt.

Tropico

Ein weiteres richtig gutes Spiel aus Deutschland wurde am Stand von Koch Media bzw. Deep Silver vorgestellt: „Risen“, das neue Rollenspiel der „Gothic“-Macher Piranha Bytes aus Essen. Das Spiel fühlt sich an wie „Gothic“ und macht einen guten Monat vor dem Release Anfang Oktober einen stimmigen, stimmungsvollen und vor allem bugfreien Eindruck.

Ob nun verhältnismäßig kleine Produktionen aus Deutschland oder die Games der Giganten aus Japan (Capcom stellte ein neues „Resident Evil“ vor, Konami präsentierte  einen weiteren Teil der „Silent Hill“-Reihe und hatte „Metal Gear Solid“-Erfinder Hideo Kojima zu Gast, Namco war mit „Tekken 6“ nach Köln gereist): die gamescom bot für jeden Geschmack etwas, Köln war am vergangenen Wochenede das Zentrum der internationalen Games-Branche.

gamescom


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